Montag, 6. Januar 2014

Buchtipp: Ausmisten mit Feng Shui

Zum Jahresbeginn schaffen viele von uns Platz im eigenen Leben für Neues und werfen Altes und Überholte raus. Sei es nun im Bücherregal oder im Beziehungsleben, in den eigenen Gedankenmustern oder auf dem Speicher. Das ist eine wunderbare Sache, finde ich, die viel frischen Wind mit sich bringen kann. Für das Entrümpeln auf der materiellen Ebene habe ich vor Jahren eine hervorragende Hilfe in Buchform entdeckt, die ich gern mit allen Möchtegern-Entrümplern unter euch teilen will:

Karen Kingston: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltag

 
In diesem Buch gibt die Autorin viele praktische Tipps, wie man sich in den eigenen vier Wänden von zu viel Krempel trennen und hierdurch die Basis für harmonische Lebens-Energien schaffen kann. Sie ist der Meinung, dass jede Form von Gerümpel den positiven Energiefluss in der Wohnung und im Leben der Bewohner hemmt. Ich selbst beobachte dieses Phänomen bei meinen Eltern, die so viel "Kram" in ihrem Haus anhäufen, dass sie gar nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Wohnung ist ein Abbild ihrer Gedanken und beides beeinflusst sich gegenseitig: Je mehr Zeug sich sammelt, desto unzufriedener werden sie und je unzufriedener sie werden, desto mehr meinen sie sich neu anschaffen zu müssen. Durch Karen Kingston habe ich gelernt, was meine Eltern mir nicht beibringen konnten: Mich von Dingen zu trennen, die überflüssig sind und Raum für das Wesentliche zu schaffen.
 
Zuerst einmal klärt Kingston, was Gerümpel ihrer Meinung nach ist:
 
- Dinge, die man nicht gebraucht oder nicht liebt
(z.B. überflüssige Küchenmaschinen oder Dekoartikel ohne emotionalen Bezug)
- Dinge, die unordentlich und schlecht organisiert sind
(z.B. Sammelordner für Papierkram, die schlecht kategorisiert sind und für Chaos in den Unterlagen sorgen)
- zu viele Dinge auf zu engem Raum
- alles, was nicht zu Ende gebracht wurde
 
Sie findet eine Reihe interessanter Erklärungen dafür, warum Menschen Krempel aufheben, z.B. übersteigertes Sicherheitsbedürfnis, das Gefühl durch Erinnerungen jemand bestimmtes zu sein (die Kino-Eintrittskarten sagen "Du bist unternehmenslustig", das Lebkuchenherz der letzten Kirmes sagt "Du bist eine tolle Freundin" usw.), die Sucht danach, einen bestimmten Status zu haben, Gefühlsunterdrückung (mich mit Krempel umgeben statt die Einsamkeit in meinem Leben zu sehen)und mein Liebling, das "Tchibo-Phänomen": Der durch die Werbung in unser aller Köpfe eingepflanzte Glaube, dass "Mehr" immer besser ist: 10 Messer statt einem, für jedes Rezept die passende Küchenmaschine, für jede Gelegenheit das passende Geschirr.... Wir wissen dass wir im absoluten Überfluss leben und nur einen Bruchteil der Sachen, die wir besitzen, wirklich bräuchten. Und trotzdem kommen wir nicht an den wöchentlich neu gelieferten Produkten vorbei, die unser Leben angeblich noch besser, zufriedener, glücklicher machen sollen: Jede Woche eine neue Welt....
 
Deshalb widmet Kingston ein Kapitel dem Loslassen und wie man es schaffen kann, sich den jeweiligen Ängsten zu stellen, die hinter dem ganzen Krempel sitzen. Und da hocken meistens welche. Wir sehen sie nur nicht unter dem ganzen bunten Zeug, das unser Leben so viel besser, bequemer oder sicherer erscheinen lässt.
 
Anschließend geht es an die verschiedenen Gerümpel-Fallen in der Wohnung: Keller, Speicher, Rumpelkammern, Eingänge, Türen, Durchgänge usw. Auch jedem Raum wird ein eigener Abschnitt gewidmet, in dem Kingston erklärt, was Gerümpel dort mit dem eigenen Unterbewusstsein und hierdurch mit dem Leben anstellen kann. Das hat mich vollends überzeugt, da ich ja zuhause immer mitbekomme, wie sich das "Zu viel" in Wohnzimmer, Küche etc. auf die Konzentration- oder Entspannungsfähigkeit meiner Eltern auswirkt.
 
Auch die Feng Shui-Symbolik der Gegenstände finde ich spannend. Laut Feng Shui haben alle Gegenstände alleine durch ihre Symbolkraft Einfluss auf uns, sei es durch persönliche Assoziationen oder kollektive. So assoziieren meine Eltern mit dem riesigen Stapel Zeitungen im Wohnzimmer ein immerwährendes Problem "Die wollten wir doch alle noch lesen, das schaffen wir doch nie!" Solche Druck-Gefühle möchte man in keinem Raum haben, erst recht nicht dort, wo man sich nach einem anstrengenden Arbeitstag erholen möchte.
 
In umgekehrter Richtung funktioniert das Ganze natürlich auch: Möchte ich etwas bestimmtes in mein Leben ziehen, z.B. Harmonie in der Beziehung, kann es laut Feng Shui schon mal hilfreich sein, solche Gegenstände in der Wohnung zu platzieren, die "Paar-Qualität" haben: Glückliche Fotos, Gegenstände mit gemeinsamem Erinnerungswert etc. Ich für meinen Teil finde das sehr schlüssig, wenn man daran glaubt, dass alles, was wir konsumieren (sehen, hören etc.) unser Bewusstsein oder Unterbewusstsein beeinflusst.
 
Das letzte Kapitel gilt dem Ausmisten, d.h. wie man den Krempel am besten loswird und wie man ihn auch auf lange Sicht vermeidet. Ein kleiner Krempel-Test hilft der Entscheidung, etwas wegzuwerfen oder zu behalten:
 
1. Steigert es meine Energie, wenn ich an es denke oder es anschaue?
2. Liebe ich es aus vollem Herzen?
3. Ist es wirklich nützlich? 
 
Kingston gibt den Rat, durch die Wohnung zu gehen, und sich bei jedem Gegenstand zu fragen, welche Bedeutung er auf symbolischer Ebene für uns hat. Was irgendwie "runterzieht", fliegt raus. Was leichte, fröhliche Gefühle verursacht, darf bleiben.
 
Auch folgende Regel kann beim Loslassen helfen: Alles, was man zwei Jahre lang nicht benutzt hat, kann weg und im tatsächlichen Bedarfsfall neu gekauft werden. Übrigens plädiert sie nicht fürs Wegwerfen, sondern fürs Verkaufen, Verschenken und Eintauschen -es sei denn, die Dinge sind nicht mehr zu gebrauchen oder das Verkaufen kostet so viel Energie, dass man sie doch wieder behält.
 
Kingston weist darauf hin, dass Loslassen kein Verlust von Sicherheit, sondern ein Gewinn an Vertrauen bedeutet: Vertrauen, dass der Lebensprozess das bringt, was man braucht und wann man es braucht. Dieser Gedanke war sehr befreiend für mich.
 
Am Ende gibt es sogar noch Hinweise zu Gerümpel auf körperlich-gesundheitlicher, aber auch geistiger und emotionaler Ebene: Sich sorgen, kritisieren, tratschen, stöhnen und klagen, aufschieben, grübeln, schlechte Freunde, unbefriedigende Beziehungen usw. gehören laut Kingston genau so zum Gerümpel des Alltags wie chaotische Garderobenständer und können auch genau so ausgemustert werden.
 
Für mich ist dieses Buch DAS Hilfsmittel zum Ausmisten und sich Erleichtern auf verschiedenen Lebens-Ebenen, allen voran der eigenen Wohnung. Mir hat es sehr gut getan, nach dem Lesen zu entrümpeln und es fiel mir überhaupt nicht mehr schwer. Im Gegenteil, es hat mir sogar Spaß gemacht. Und weil Feng Shui-Entrümpeln mittlerweile zu meinem Alltag ganz selbstverständlich dazu gehört, folgt demnächst ein Post darüber, wie ich das genau mache. Entrümpeln tut gut - also ran an den Speck! Und wer es lieber gemeinsam tun will: Bei der Wölfin gibt es gerade eine tolle Space-Clearing-Challenge!
 
Viel Spaß beim Befreien und Loslassen,
Eure Maren
 

Kommentare:

  1. Liebe Maren,
    danke für diesen Artikel - das war ein toller Impuls! Es stimmt schon, man hat wirklich ANGST, Dinge wegzuwerfen bzw. wegzugeben. Ich möchte mal wissen, wie meine Wohnung aussehen würde, wenn alles, was ich nicht brauche weg ist. Und das passt auch alles mit meinen Gedanken heute morgen zusammen: "Irgendwie stimmt etwas mit meiner Wohnung nicht"... Es ist mal wieder erstaunlich, wie das Schicksal einem Antworten liefert - heute hat es deinen Artikel geschickt! Danke für den tollen Impuls, ich fange gleich mal damit an und bin gespannt auf deinen angekündigten Artikel!!!

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    1. :-) Freut mich, dass mein Artikel dir einen guten Impuls gegeben hat! Ich wäre total neugierig zu sehen, was er in deiner Wohnung bewirkt. Vielleicht lässt du uns dann mal sneaken?

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    2. Sorry, wenn das jetzt blöd klingt - aber was ist sneaken?

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    3. Ooops, fehlerteufel! Ich wollte eigentlich "spinsken" schreiben -sorry! ;-)

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    4. Nein, spinksen -ich sollte nicht mehr mit dem Handy bloggen.....

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    5. Ja gerne! Du meinst damit wahrscheinlich auf die blogs schreiben, ich bin in diesem internet englisch nicht so gut... ;-)

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    6. Spinksen ist glaub ich Ruhrpott-Sprache und bedeutet so viel wie "reinschauen". Ich würde gerne mal bei dir Mäuschen spielen und erfahren, wie du mit dem Entrümpeln umgehst - so war's gemeint :) liebe Grüße

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  2. Ah, ja das Buch kenne ich. Mich persönlich hat "Weg damit!" von Rita Pohle schon sooo oft motiviert, Sachen zu entrümpeln! Bis ich schließlich das Buch selbst entrümpelt habe ;)
    Letztes Jahr hab ich (noch im alten Blog) meine Challenge abgeschlossen, 365 Tage lang jeden Tag einen Gegenstand zu entrümpeln. Das brachte letztendlich den Platz für einen Lesesessel und das Geld für den Sessel + Hin- und Rückflug für die New York Reise! Hätte nie gedacht, dass mit meinem unnützen Kram noch so viel Geld zu machen ist... Aber trotzdem ist noch viel zu viel Gerümpel da. Dabei hab ich doch bis vor kurzem noch nur in einem Wohnheimzimmer gewohnt! Unglaublich!!

    Da ich sowieso schon einige Blogbeiträge zum Thema Entrümpeln vorbereitet habe, denk ich mal das ist eine gute Möglichkeit, mich Wölfin damit gleich anzuschließen =) Und nach dem Posten die Tüte / den Ebaykarton zücken und irgendwas wegwerfen!

    Vielen Dank fürs Anstoßen! Machst du bei Wölfins Challenge auch mit?

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    1. Wow, du hast ja auf deinem Chaosblog richtig viele gute Tipps zum Entrümpeln gegeben -da werde ich mich mal durchlesen. Und wahnsinn, dass du dir sogar zwei NY-Flugtickets leisten konntest durch das Ganze. So ein Lohn ist dann natürlich wunderbar und als Motivation für viele Entrümpler bestimmt genau das Richtige! Vielleicht ist dieses Jahr ja wieder eine Reise für dich drin!? ;-) Ich könnte bei mir höchstens noch den Speicher entrümpeln, und das erst, wenn es wieder etwas wärmer ist. Daher lohnt sich die Space Clearing Challenge nicht so ganz für mich. Außerdem steigen meine guten Vorsätze sonst ins Utopische ;-) Dir aber ganz viel Power!!!

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    2. Hallo Maren,
      ja, das motiviert natürlich richtig, obwohl ich hoffe, dass andere nicht enttäuscht werden, wenn ihre entrümpelten Gegenstände vielleicht nicht so viel einbringen. Ich habe mich ja nicht nur von Schrott und Gerümpel getrennt, sondern z.T. eben von sehr guten Sachen, die ich halt nicht mehr (oder meistens sogar noch nie *hust*) ernsthaft benötigt habe. Ist dann halt auch ne Prioritätenfrage. Inzwischen denke ich, dass Geld in Reisen viel besser angelegt ist als in Gegenstände.
      Meine Aktionen zur Space Clearing Challenge werden diesmal vermutlich auch abgesehen von Papierkram relativ wenig materielle Sachen beinhalten, werde hauptsächlich umstrukturieren und sinnvoller unterbringen von dem was da ist und auch aktiv genutzt wird, damit es insgesamt einfach harmonischer wird. Das ist ja auch ein Element vom Space Clearing bzw. sowas wie der Feng Shui-Teil von deinem Entrümplungsbuchtipp =)

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